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Geldanlage für Kinder: Welche Lösung passt zu eurem Sparziel?

Vielleicht möchtet ihr den Führerschein erleichtern, Geld für eine Ausbildung zurücklegen oder zur Geburt etwas auf den Weg bringen. Der Anfang ist kein bestimmtes Produkt. Der Anfang sind eure Wünsche, euer Alltag und fünf Fragen.

Stand: 28. September 2026

Erst das Ziel, dann die Geldanlage

  • Wofür sparen wir?
  • Wann wird das Geld gebraucht?
  • Wem soll es gehören?
  • Welchen Betrag können wir wirklich entbehren?
  • Welche Verluste und Schwankungen können wir tragen?

Ihr müsst noch nicht auf alles eine Antwort haben. Notiert, was feststeht, und lasst Fragen offen. Auch „Im Moment können wir nichts zurücklegen“ ist ein hilfreiches Ergebnis. Finanzbildung ist trotzdem möglich.

Die wichtigsten Entscheidungen vor der Geldanlage

Wofür soll das Geld später dienen?

„Für unser Kind“ ist ein guter Anlass, aber noch kein konkretes Sparziel. Ein Führerschein braucht einen anderen Plan als ein offenes Startkapital fürs Erwachsenenleben. Bei Ausbildung oder Studium können über mehrere Jahre Ausgaben anfallen. Für die erste Wohnung werden vielleicht Kaution und Einrichtung auf einmal fällig.

Notiert deshalb nicht nur den Wunsch, sondern auch einen vorläufigen Betrag und wie wichtig der Termin ist. Ein noch offenes Ziel darf offen bleiben. Dann ist allerdings auch noch nicht geklärt, wie lange das Geld tatsächlich unangetastet bleiben kann.

Wann wird das Geld gebraucht?

Kurzfristig bedeutet hier: Der Kauf steht schon absehbar bevor und lässt sich kaum verschieben. Mittelfristig liegt er weiter entfernt, hat aber bereits einen erkennbaren Termin. Langfristig habt ihr viel Zeit und könnt möglicherweise auch den Auszahlungszeitpunkt anpassen. Eine feste Jahreszahl trennt diese Situationen nicht zuverlässig: Entscheidend sind euer Ziel, die Anlage und eure Möglichkeit, einen Verlust auszuhalten.

Ein Baby hat bis zum Erwachsenenalter viel Zeit. Eine Geldanlage zur Geburt kann trotzdem ungeeignet sein, wenn ihr das Geld schon für einen früheren Zweck braucht. Und bei einem Sparplan ist die letzte Einzahlung deutlich kürzer angelegt als die erste.

Welche Sparrate passt zum Familienbudget?

Miete, Lebensmittel, notwendige Ausgaben, Rücklagen und existenzielle Absicherung haben Vorrang. Prüft auch, ob teure Schulden zuerst Aufmerksamkeit brauchen. Geld fürs Kind sollte nicht dazu führen, dass ihr die nächste unerwartete Rechnung nur mit einem Kredit bezahlen könnt.

Der Finanzplan hilft, monatliche Einnahmen und Ausgaben zu überblicken. Denkt zusätzlich an unregelmäßige Zahlungen. Es gibt keine Sparquote, die jede Familie erreichen muss. Eine kleine, tragbare Rate ist ebenso ein möglicher Anfang wie gelegentliche Einzahlungen. Auch eine Pause ist erlaubt.

Rechenbeispiel – ohne Zinsen oder Wertentwicklung

Für ein Ziel von 600 Euro sind schon 120 Euro vorhanden. Über 24 Monate fehlen noch 480 Euro, also 20 Euro pro Monat. Das ist eine Rechnung, keine Vorgabe für euer Budget. Mit dem Sparzielrechner könnt ihr eigene Zahlen ausprobieren. Er rechnet ohne Zinsen.

Anlageformen verständlich vergleichen

Bei Bankguthaben steht ein Geldbetrag auf dem Konto. Bei Wertpapieren hängt der Wert davon ab, was ihr besitzt und zu welchem Preis es verkauft werden kann. Verkaufbarkeit ist nicht dasselbe wie Wertstabilität: Ein börsengehandelter Fonds kann verkaufbar sein und gerade erheblich weniger wert sein als beim Kauf.

Fonds bündeln Geld vieler Anleger und investieren nach festgelegten Regeln. ETFs sind börsengehandelte Fonds; viele bilden einen Index ab. Auch ETF-Anteile sind also Wertpapiere. Entscheidend ist, welche Anlagen im Fonds stecken: Ein breit gestreuter Aktienfonds trägt andere Risiken als ein Fonds mit wenigen Unternehmen oder einem engen Branchenschwerpunkt. [1]

Auf schmalen Bildschirmen lässt sich die Tabelle seitlich verschieben.

Anlageformen: Was ihr vor einer Entscheidung prüfen könnt
AnlageformVerfügbarkeitWert und ErtragKostenfragenZeitraum und Zweck
TagesgeldIn der Regel täglich verfügbar. Plant Zeit für die Überweisung auf euer Auszahlungskonto ein.Keine Börsenkursschwankungen des Guthabens. Der Zinssatz kann sich ändern; Kaufkraftverlust ist möglich.Kontogebühren und Bedingungen verbundener Konten prüfen. Wie lange gilt ein Aktionszins?Für nahende oder zeitlich unklare Ausgaben und notwendige Flexibilität prüfen.
FestgeldBis zum vereinbarten Termin gebunden; vorher kommt ihr gewöhnlich nicht an das Geld.Vereinbarter Zins über die Laufzeit. Die Kaufkraft bleibt nicht automatisch erhalten.Konditionen, mögliche Gebühren sowie Verlängerungs- und Kündigungsregeln lesen.Prüfen, wenn der Betrag bis zur Fälligkeit sicher entbehrlich ist und diese vor dem Bedarf liegt.
Sparguthaben, etwa SparbuchKündigungsfristen beachten: Pro Monat kann nur ein begrenzter Betrag frei verfügbar sein.Keine Börsenkursschwankungen des Guthabens; Zins häufig veränderlich. Inflation berücksichtigen.Gebühren und mögliche Vorschusszinsen bei vorzeitiger Verfügung prüfen.Nur nach Abgleich von Termin, Verfügungsgrenzen und Verzinsung beurteilen.
Einzelne Wertpapiere, etwa Aktien oder AnleihenHandelbarkeit hängt vom Wertpapier und Markt ab; ein Verkauf zum Wunschpreis ist nicht gesichert.Aktienkurse schwanken; bei Anleihen bestehen unter anderem Zinsänderungs- und Ausfallrisiken. Hohe Verluste bis zum Totalverlust sind möglich.Depot- und Handelskosten prüfen, auch den Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufspreis.Risiken jedes Wertpapiers verstehen. Eine einzelne Position streut das Risiko nicht breit.
Fonds und ETFsJe nach Fonds könnt ihr Anteile zurückgeben oder an der Börse verkaufen. Fristen und Einschränkungen beachten.Risiko hängt von den enthaltenen Anlagen ab. Streuung kann Einzelrisiken mindern, verhindert aber keine Marktverluste.Laufende Fondskosten, mögliche Kaufaufschläge sowie Depot-, Sparplan- und Handelskosten vergleichen.Breit gestreute Aktienfonds nur für Geld prüfen, das lange entbehrlich ist und dessen Schwankungen ihr tragen könnt.

Die Tabelle ersetzt keine Vertragsprüfung. Bei Bankguthaben, die unter die gesetzliche Einlagensicherung fallen, sind grundsätzlich bis zu 100.000 Euro je Person und Institut geschützt, nicht je Konto. Prüft, welches Institut und Sicherungssystem tatsächlich hinter dem Angebot stehen. Die Sicherung schützt nicht vor Inflation. Wertpapiere fallen nicht unter die Einlagensicherung. [2]

Wertpapiere, die euch gehören und die eure Bank für euch verwahrt, gehören grundsätzlich nicht zum Vermögen der Bank. Wird die Bank zahlungsunfähig, könnt ihr grundsätzlich die Herausgabe verlangen. Rechtlich heißt das „Aussonderung“. Das gleicht keine Kursverluste aus. Ist die Bank selbst Herausgeberin eines Wertpapiers, etwa einer Anleihe, bleibt ihr Ausfall ein eigenes Anlagerisiko. [3]

Welche Lösung passt zu welchem Sparziel?

Geld für einen absehbaren Kauf

Steht der Führerschein bald an, sind ein verlässlicher Betrag und rechtzeitiger Zugriff wichtiger als zusätzliche Renditechancen. Prüft Bankguthaben mit passender Verfügbarkeit. Festgeld passt zeitlich nur, wenn es rechtzeitig fällig wird und ihr das Geld vorher nicht braucht. Ein Aktienfonds kann kurz vor der Zahlung im Minus stehen.

Geld für Ausbildung oder Studium

Fragt zuerst: Wann beginnt die Unterstützung, wie viel wird zum Start benötigt und was danach monatlich? Der erste Bedarf kann näher liegen als das Ende der Ausbildung. Unterschiedliche Teilbeträge können deshalb unterschiedliche Anforderungen haben. Ein Betrag für den Studienstart muss anders geplant werden als Geld, dessen Verwendung noch viele Jahre offen ist.

Langfristiger Vermögensaufbau

Wenn Geld lange entbehrlich ist und ihr zwischenzeitliche Verluste finanziell und persönlich tragen könnt, kommen auch breit gestreute Aktienfonds oder Aktien-ETFs als prüfbare Möglichkeit infrage. Ein langer Zeitraum eröffnet Chancen, macht die Anlage aber nicht sicher. Überlegt vorher, was ihr bei einem deutlichen Rückgang tun würdet und ob ihr den geplanten Auszahlungstermin verschieben könntet.

Es muss nicht eine Anlage für alles sein. Trennt Ziele zunächst gedanklich und prüft erst dann passende Anlageformen. „ETF ist immer die beste Lösung“ lässt weder eure Termine noch eure Möglichkeiten gelten.

Auf wessen Namen wird gespart?

Vermögen des Kindes

Wenn eine Schenkung rechtlich wirksam ist, gehört das geschenkte Geld dem Kind. Solange das Kind minderjährig ist, kümmern sich die sorgeberechtigten Eltern um sein Vermögen. Dabei müssen sie im Interesse des Kindes handeln. Es ist keine frei verfügbare Rücklage der Eltern. Ob und wie Geld verwendet werden darf, hängt auch von der konkreten rechtlichen Situation ab. [4]

Mit 18 ist das Kind volljährig und entscheidet grundsätzlich selbst über sein Vermögen. Der Wunsch der Eltern, auch danach allein zu entscheiden, reicht dafür nicht aus; dafür müsste es eine rechtlich wirksame Grundlage geben. Sprecht früh darüber, was ihr mit der Übertragung beabsichtigt.

Vermögen der Eltern für eine spätere Unterstützung

Wenn ihr eigenes Geld in eurem Namen zurücklegt und es noch nicht übertragt, bleibt es grundsätzlich euer Vermögen. Die gedankliche Beschriftung „für unser Kind“ macht es allein noch nicht zum Kindesvermögen. Ihr entscheidet dann zunächst über eure spätere Unterstützung. Bereits dem Kind gehörendes Geld wird umgekehrt nicht dadurch wieder euer Eigentum, dass es auf ein Elternkonto gelangt.

Klärt diese Grundentscheidung vor der Konto- oder Depoteröffnung. Fragt deshalb nicht nur, welcher Name auf dem Konto steht: Wem gehört das Geld tatsächlich? Was wurde beim Schenken vereinbart? Und wer darf darüber entscheiden? Die Details zu Depotführung, Steuern und besonderen Familienkonstellationen gehen über diesen Überblick hinaus.

Geldgeschenke gemeinsam planen

Zur Geburt, zum Geburtstag oder zu Weihnachten möchten Großeltern und andere Angehörige oft etwas beitragen. Sprecht möglichst vorher ab: Wird dem Kind jetzt Geld geschenkt? Oder sparen die Angehörigen zunächst eigenes Geld, um es später zu verschenken? Welche Wünsche oder Bedingungen sind damit verbunden?

Zu einer Schenkung gehört, dass beide Seiten sich einig sind: Das Geld wird ohne Gegenleistung gegeben. Wem das Geld gehört, lässt sich deshalb nicht allein daran ablesen, wer es überweist oder welches Konto verwendet wird. Haltet klare Absprachen fest; bei größeren Beträgen, Bedingungen oder Uneinigkeit ist rechtliche Klärung sinnvoll. [5]

Einmalzahlungen und regelmäßige Beiträge können demselben Ziel dienen. Plant feste Ausgaben jedoch nicht mit Geschenken, die nur möglicherweise kommen. Auch Angehörige dürfen ihre Sparrate verändern oder pausieren, soweit sie keine verbindliche Verpflichtung eingegangen sind. Geld, das dem Kind bereits wirksam geschenkt wurde, steht euch nicht frei für eure eigenen Ausgaben zur Verfügung.

Risiken, Kosten und Inflation verstehen

Schwankungen und Verluste sind möglich

Ein Wertpapierdepot kann zeitweise deutlich an Wert verlieren. Manche Anlagen erholen sich nicht. Breite Streuung verteilt Risiken auf viele Anlagen, beseitigt sie aber nicht. Fragt euch nicht nur, ob ihr Schwankungen „aushalten wollt“, sondern ob ein niedrigerer Betrag eure geplante Unterstützung gefährden würde.

Mehr Zeit kann euch Spielraum geben, einen ungünstigen Verkaufszeitpunkt zu vermeiden. Sie garantiert weder eine Erholung noch eine bestimmte Rendite. Auch regelmäßige Käufe schützen nicht vor Verlusten und sichern keinen Vorteil gegenüber einer Einmalanlage.

Welche Kosten bleiben an euch hängen?

Vergleicht die Gesamtkosten in Euro und im Verhältnis zur Einzahlung. Dazu können Depotgebühren, Ausführungsgebühren, Kauf- und Verkaufskosten sowie laufende Fondskosten gehören. Die laufende Kostenquote eines Fonds zeigt nicht automatisch alles, was ihr bezahlt. Kosten für das Depot oder den Kauf können zum Beispiel noch dazukommen.

Fiktives Kostenbeispiel: Kostet eine Ausführung 1 Euro bei einer Einzahlung von 20 Euro, entspricht das bereits 5 Prozent der Einzahlung. Das ist kein konkretes Angebot, sondern zeigt, warum feste Gebühren bei kleinen Raten besonders ins Gewicht fallen. Lest Kosteninformationen und Vertragsbedingungen vor einem Abschluss.

Was bleibt von der Kaufkraft?

Ein gleichbleibender Kontostand bedeutet nicht, dass ihr später gleich viel kaufen könnt. Steigen Preise, sinkt die Kaufkraft des Geldes. Zinsen können das teilweise oder ganz ausgleichen; das ist nicht bei jedem Angebot und in jeder Phase der Fall. [6]

Modellrechnung, keine Inflationsprognose: Kostet ein Ziel heute 1.000 Euro und steigt sein Preis fünf Jahre lang jeweils um angenommene 2 Prozent, kostet es danach rund 1.104 Euro. Die Rechnung lautet 1.000 × 1,02⁵. Tatsächliche Preise können sich anders entwickeln. Prüft euer Sparziel deshalb gelegentlich neu.

Ein Szenario durchrechnen

Was könnte aus eurem Sparplan werden?

Ein Sparplan lässt sich mit unterschiedlichen Annahmen durchrechnen. Hier könnt ihr sehen, wie Laufzeit, Sparrate und eine frei gewählte Renditeannahme das Ergebnis verändern. Wir rechnen ein Szenario durch, nicht die Zukunft.

Dieser Rechner ermittelt einen modellierten Endwert. Wenn ihr stattdessen die nötige Sparrate für einen festen Zielbetrag sucht, nutzt den Sparzielrechner ohne Renditeannahme. Die Familienaktivität „Zwei Ziele – zwei Zeiträume“ hilft euch, Ziele, Zeiträume und Verfügbarkeit zu vergleichen.

Die eingegebene Rendite ist eine Annahme. Tatsächliche Wertentwicklungen verlaufen nicht gleichmäßig und können deutlich höher oder niedriger ausfallen. Verluste sind möglich.

Höhere Renditechancen gehen grundsätzlich mit höheren Risiken einher. Eine höhere Renditeeingabe vergrößert lediglich das Ergebnis dieser Modellrechnung. Sie bedeutet nicht, dass diese Rendite tatsächlich erreichbar ist.

Geldbeträge: 0 bis 10 Millionen Euro je Feld, höchstens zwei Nachkommastellen. Kommaeingaben wie 100,50 sind möglich.

Laufzeit: 1 bis 60 volle Jahre.

Renditeannahme: −99 % bis +100 % pro Jahr, höchstens zwei Nachkommastellen. Auch 0 oder negative Werte, etwa −2,5, sind möglich. Das sind technische Eingabegrenzen, keine Aussage über erreichbare Renditen.

Wir nehmen die Einzahlung jeweils am Monatsende an. Die Jahresrendite wird in eine dazu passende Monatsrendite umgerechnet und jeden Monat gleichmäßig angewendet. Reale Kapitalmärkte verlaufen nicht gleichmäßig.

Die Rechnung läuft nur in diesem Browser. Die Website überträgt eure Eingaben nicht und speichert sie nicht dauerhaft.

Wenn das Ziel näher rückt

Eine Geldanlage, die bei der Geburt passend erschien, muss nicht bis zum letzten Tag unverändert bleiben. Schaut erneut auf den benötigten Betrag, den verbleibenden Zeitraum und die Frage, wie viel Verlust noch tragbar wäre. Unterscheidet den fest benötigten Teil von Geld, das länger angelegt bleiben kann.

Bei einem festen Zahlungstermin kann eine schrittweise Verringerung des Schwankungsrisikos eine Überlegung sein. Wann und wie das sinnvoll ist, hängt von eurer Situation ab; es gibt keinen allgemein passenden Umschichtungsplan. Berücksichtigt dabei Verfügbarkeit, Kosten und mögliche steuerliche Folgen. Wartet mit dieser Prüfung nicht erst bis zur anstehenden Rechnung.

Das Kind einbeziehen, ohne Verantwortung abzugeben

Die Entscheidung und Verantwortung liegen bei den Erwachsenen. Ein Kind muss weder den Führerschein selbst finanzieren noch die Geldsorgen der Familie lösen, um etwas über Geld zu lernen. Es darf Fragen stellen, seine Meinung ändern und eine Aktivität auslassen.

Jüngere Kinder: Wünsche und Zeit sichtbar machen

Zeichnet zwei Punkte auf eine Linie: „bald“ und „später“. Ordnet gemeinsam einen nahen Wunsch und ein fernes Ziel ein. Dafür braucht ihr weder echte Kontostände noch Kurstabellen. Mit ausgedachten Beträgen könnt ihr überlegen: Was können wir jetzt entscheiden, was wissen wir noch nicht?

Ältere Kinder und Jugendliche: Fragen statt Kaufaufträge

Vergleicht zwei Anlageformen aus der Tabelle: Wann kommt man an das Geld? Kann der Wert fallen? Was kostet die Anlage? Wenn ihr ein Beispieldepot anschaut, trennt Einzahlungen von Wertentwicklung. 100 Euro mehr im Depot können aus einer Einzahlung stammen und müssen kein Gewinn sein.

„Das weiß ich noch nicht, wir schauen gemeinsam nach“ ist eine gute Antwort. Weitere Anregungen findet ihr bei Finanzbildung in den Lebensphasen und im Ratgeber zum Taschengeld.

Gemeinsam anwenden

Zwei Ziele – zwei Zeiträume

Ein Elternteil und ein Jugendlicher planen am Tisch zwei Ziele: ein Fahrrad für die nähere Zeit und Wohnen und Lernen für später.
Ein naher Wunsch, ein ferneres Ziel – gemeinsam überlegen, was beide brauchen.

Wählt zwei Ziele und tragt ein, was ihr schon wisst. Es dürfen echte oder erfundene Zahlen sein. Mit „Unsere Ziele vergleichen“ seht ihr, wie weit vorhandenes Geld und geplante Einzahlungen reichen und welche Fragen für eure Ziele wichtig sind. Das Tool empfiehlt keine Anlage.

Die Rechnung erfolgt ohne Zinsen, Rendite oder Wertentwicklung. Eure Eingaben bleiben in diesem Browser: Das Tool sendet sie nicht an einen Server und speichert sie nicht dauerhaft. Haltet Wichtiges vor dem Verlassen der Seite selbst fest.

Rechnet in vollen Monaten: 1 Jahr = 12 Monate. 0 bedeutet, dass ihr das Geld jetzt braucht. Ihr könnt Angaben offenlassen; eine Rechnung ist erst mit allen vier Zahlen möglich.

Ziel 1 – eher nah
Ziel 2 – eher langfristig

Zum Abschluss: Was habt ihr herausgefunden? Lasst euer Kind erzählen oder etwas zeigen. Es darf eine Frage auch auslassen. Eine richtige Rechnung hilft beim Planen, entscheidet aber nicht, welcher Wunsch für euch wichtiger ist.

Unsere Checkliste vor der Geldanlage für ein Kind

Hakt ab, was geklärt ist. Offene Punkte sind ein Anlass zum Nachfragen. Auch diese Häkchen werden nicht dauerhaft gespeichert.

Häufige Fragen zur Geldanlage für Kinder

Welche Geldanlage eignet sich für Kinder?

Das hängt von Ziel, Zeitpunkt, Eigentum und tragbarem Risiko ab. Für fest benötigte Beträge stehen Verfügbarkeit und Wertstabilität im Vordergrund. Für lange entbehrliches Geld können auch breit gestreute Wertpapieranlagen geprüft werden. Eine Anlage passt nicht automatisch zu jedem Kind oder jeder Familie.

Wann sollte man mit dem Sparen für ein Kind beginnen?

Wenn es zur finanziellen Situation passt und die Grundfragen geklärt sind. Ein früher Beginn gibt mehr Zeit, verpflichtet aber nicht zu einer Anlage zur Geburt. Finanzielle Bildung kann sofort und ohne Sparbetrag beginnen.

Lohnt sich Sparen auch mit kleinen Beträgen?

Kleine Beträge summieren sich und können einen konkreten Wunsch näherbringen. Achtet besonders auf feste Gebühren. Ob ein Anlageprodukt dafür passt, hängt auch von Mindestbeträgen, Kosten und Laufzeit ab.

Tagesgeld oder ETF für Kinder?

Tagesgeld kann zu einem nahen oder zeitlich unsicheren Bedarf passen. Ein breit gestreuter Aktien-ETF bietet langfristige Renditechancen, aber auch Verlustrisiken. Beide erfüllen unterschiedliche Aufgaben; ein börslicher Verkauf macht einen ETF nicht wertstabil.

Auf wessen Namen sollte man für ein Kind sparen?

Klärt zuerst, ob das Geld schon dem Kind gehören oder vorerst eigenes Vermögen der Eltern bleiben soll. Beim Kindesvermögen verwalten Eltern im Interesse des Kindes; mit Volljährigkeit entscheidet es grundsätzlich selbst. Die Entscheidung sollte nicht allein an möglichen Steuervorteilen hängen.

Können Großeltern für ein Kind sparen?

Ja. Sie können eigenes Geld für eine spätere Schenkung zurücklegen oder dem Kind bereits jetzt Geld schenken. Die Eigentums- und Verfügungsfragen unterscheiden sich. Sprecht Zweck, Zeitpunkt und mögliche Bedingungen mit allen Beteiligten ab.

Wie viel sollte man monatlich für ein Kind sparen?

Es gibt keinen allgemeingültigen Betrag. Maßgeblich ist, was nach notwendigen Ausgaben, Rücklagen und Absicherung tragbar bleibt. Das kann zeitweise auch null Euro sein. Passt lieber Ziel oder Zeitraum an, als das Familienbudget zu überfordern.

Was passiert, wenn das Geld zu einem festen Zeitpunkt gebraucht wird?

Prüft rechtzeitig, welcher Betrag dann verlässlich bereitstehen muss. Bei Wertpapieren besteht das Risiko, mit Verlust verkaufen zu müssen. Eine schrittweise Verringerung des Schwankungsrisikos kann eine Überlegung sein; ein fester Termin verlangt besonders sorgfältige Planung.

Quellen und Einordnung

Faktenprüfung: 28. September 2026. Die Quellen erläutern allgemeine Regeln; Bedingungen einer konkreten Anlage müsst ihr zusätzlich prüfen.

  1. Verbraucherzentrale: Kriterien bei der ETF-Auswahl und Sparen für Kinder und Enkelkinder – Anlageformen, Streuung und Auswahlfragen.
  2. BaFin: Einlagensicherung – gesetzliche Sicherungsgrenze und geschützte Einlagen.
  3. BaFin: Einlagensicherung und Anlegerentschädigung; § 47 Insolvenzordnung – Abgrenzung zur Wertpapierverwahrung und Aussonderung.
  4. Bürgerliches Gesetzbuch: § 1626 (elterliche Sorge), § 1642 (Anlegung von Geld), § 2 (Volljährigkeit) und § 1698 (Herausgabe des Kindesvermögens).
  5. Bürgerliches Gesetzbuch: § 516 – Begriff der Schenkung.
  6. Deutsche Bundesbank: Preisstabilität – Preise und Kaufkraft.
Dieser Ratgeber dient der finanziellen Bildung. Er ersetzt keine individuelle Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung.